Lieferando als Fahrer

Als ich mitten in der zweiten Corona-Welle, Ende 2020 auf die Möglichkeiten blickte, mich bewegen „zu dürfen“ und soziale Kontakte zu haben, guckte ich ziemlich in die Röhre. Im Sommer gab es noch Basketballplatz, Basketball-Training und Fitnessstudio als gute Ergänzungen zu meinem bewegungsarmen Bürojob, aber das war im Lockdown ja alles verboten. Da kam mir die Idee, die freie Zeit am Wochenende und nach Feierabend zu nutzen, um mich etwas zu bewegen, minimale soziale Kontakte zu haben und dabei auch noch Geld zu verdienen. Also habe ich mich bei Lieferando beworben, was natürlich online möglich war.

Auch der gesamte weitere Prozess lief komplett online ab, und war schon fast irritierend einfach. Die Dokumente wurden geprüft, eine kurze Einweisung wurde ebenfalls online gemacht, und schon war ich eingestellt. Der Minijob-Vertrag (max. 450 Euro im Monat) wurde auf ein Jahr befristet ausgestellt. Los ging es Ende Dezember 2021, und seitdem fuhr ich meistens am Wochenende und hin und wieder auch mal nach Feierabend ein paar Stunden Essen in Hannover aus. Dabei war ich immer mit dem eigenen Fahrrad unterwegs, außer wenn ich plötzlich einen Platten bekam, dann wurde mir kurzfristig ein E-Bike von Lieferando zur Verfügung gestellt. Andere Fahrer nutzen dauerhaft das von Lieferando gestellte E-Bike. Für den Materialverschleiß am eigenen Fahrrad bekam ich jeden Monat einen Amazon-Gutschein in der Größenordnung von 30 Euro – das kommt wohl ungefähr hin würde ich meinen.

Was bestellen die Leute denn so bei Lieferando? Pizza ist tatsächlich ziemlich selten – die großen Ketten wie Pizza Hut oder Dominos liefern nämlich selbst. Statt dessen dominieren Burger ziemlich, und dann kommen indische, vietnamesische und thailändische Restaurants. Der Ablauf ist immer der gleiche:

  1. Auftrag mit Name und Adresse des Restaurants und des Kunden kommt in der App an
  2. Man holt das Essen beim Restaurant ab, wobei man in der Regel den Namen des Kunden angibt. Es gibt natürlich auch eine anonyme ID, die wurde in meiner Erfahrung aber nur in einer McDonalds-Filiale verwendet
  3. Das Essen wird in den Rucksack gepackt (für das Einpacken in Tüten etc. ist das Restaurant verantwortlich), die Abholung in der App bestätigt
  4. Das Essen wird zum Kunden gebracht, in der App bestätigt und dann kann der nächste Auftrag kommen – was je nach Auftragslage sofort passiert oder erst nach einer längeren Wartezeit

Natürlich versucht Lieferando dabei, die Wege kurz zu halten. Man wird also selten nach einem Auftrag in der List direkt nach Linden geschickt – aber vorkommen kann es in Ausnahmefällen schon.

Die Schichten werden folgendermaßen eingeplant: Man gibt in der Vorwoche in der App an, zu welchen Zeiten man verfügbar ist. Danach werden, unter Berücksichtigung dieser Vorgaben, die Schichten von Koordinatoren festgelegt. Darüber hinaus können dann meistens noch zusätzliche Schichten übernommen werden, wenn zu dem Zeitpunkt noch zu wenige FahrerInnen eingeplant sind. Natürlich ist sowas natürlich während z.B. Spielen der deutschen Nationalmannschaft der Fall 😉 Bereits geplante Schichten zu wechseln ist leider oft wirklich gar nicht möglich, also sollte man wirklich aufpassen, bevor man einen Zeitraum als „verfügbar“ markiert.

Thema Geld: Der Stundenlohn beträgt zehn Euro die Stunde, darüber hinaus gibt es Boni für erfolgte Lieferungen – dieser ist bei Minijobbern relativ gering, weil man gar nicht auf genug Lieferungen kommt, um in den interessanten Bereich zu kommen (ab 100 Lieferungen im Monat, 1 Euro für jede weitere). An Trinkgeld kommt allerdings einiges zusammen; das meiste in bar, öfter mal auch was über die App. Ich würde schätzen 60 % der Kunden insgesamt geben Trinkgeld, üblich sind 1 oder 2 Euro – ich habe aber auch schon mal einen Fünfer und sogar einmal einen Zehner bekommen 🙂

Zum Ende August 2021 habe ich nun wieder gekündigt – ein halbwegs normales Leben mit Sport in Gemeinschaft etc. ist ja (noch) wieder möglich, und ich hatte zuletzt nur noch wenig Motivation für den Job. Und so nett der zusätzliche Verdienst war – strikt drauf angewiesen bin ich zum Glück nicht. Aber ich fand es trotzdem eine insgesamt positive und interessante Erfahrung, und für mich die damals richtige Entscheidung.

Auch die Kündigung läuft ziemlich unbürokratisch und effizient — natürlich ist das Unternehmen eine gewisse Fluktuation bei den Mitarbeitern gewohnt.

Abschließend noch ein paar Statistiken für Nerds wie mich 😉

Monat Aufträge km
Dez* 40 120
Jan* 100 250
Feb 50 155
Mrz 89 236
Apr 90 254
Mai 91 238
Jun 87 258
Jul 72 217
Aug 75 217
Summe 694 1945

*Die Zahlen für Jan. und Dez. habe ich nicht mehr genau, irgendwie hat die App da was vergessen. Im Februar war unser „Super-Winter“ mit sehr viel Schnee, da war der Betrieb eine ganze Weile eingestellt. Und im Juli/August schließlich hatte ich ein paar Tage Urlaub 😉

Die Kilometer sind nur die Strecke, die ich zu einem Restaurant und dann vom Restaurant zum Kunden gefahren bin. Das „rumgeeiere“ zwischen Aufträgen wird nicht erfasst, ebensowenig der Weg von und nach Hause. Insgesamt bin ich also deutlich mehr gefahren.

 

 

 

 

Indisch kochen

Zur Zeit wohnt die indische Mutter meines Mitbewohners mit bei uns, und verwöhnt uns regelmäßig mit indischem Essen. Es wäre beinahe kriminell, sie ziehen zu lassen, ohne sich von ihr den einen oder anderen Kniff erklären zu lassen. Die Ergebnisse davon möchte ich hier festhalten.

Sprache

Schwieriges Thema: In welchen Sprache soll ich überhaupt schreiben. Mit N. kann ich nur englisch sprechen, aber in meinem Alltag koche ich natürlich „auf Deutsch“. Aber auch die Sprache französisch soll da nicht komplett ignoriert werden, da möchte ich meinen Alltags-Wortschatz auch gerne vergrößern. Also fauler Kompromiss: die wichtigsten Zutaten notiere ich in allen drei Sprachen, meine eigentliche Anleitung dann auf Deutsch.

Zutaten

Leider keine Mengenangaben – sowohl N. wie ich funktionieren da eher „nach Gefühl“. Da muss man sich wohl auch etwas ‚rantasten 😉

Deutsch Français English
Bockhornklee fenugrec Fenugreek
Kreuzkümmel cumin cumin
Koriander coriandre coriander
Kurkuma (Gelbwurzel) safran des Indes turmeric
Chilli chili chili
Ingwer gingembre ginger
Zwiebeln oignon onion
Knoblauch ail garlic
Öl huile oil
passierte Tomaten tomates tamisées sieved tomatos
Linsen lentilles lentils
Salz sel salt

Rezept

Wie man an den Zutaten sieht, wird hier ein Dal – Linsencurry gekocht. Aber das grundsätzliche Vorgehen ist wohl ähnlich, auch wenn am Ende Gemüse, Spinat oder Tofu reingeworfen wird.

  1. Kreuzkümmeln (ganz) kurz im heißen Öl anbraten
  2. Zwiebeln (gewürfelt) und Ingwer/Knoblauch (gerieben) hinzugeben, bis „goldbraun“ angebraten
  3. Hitze runter, damit nichts anbrennt
  4. Currypulver bzw. Koriander/Kurkuma hinzu, 3-4 Minuten einziehen lassen
  5. ~50-100 ml passierte Tomaten dazu
  6. Köcheln lassen, bis das Öl „an die Seite“ der Pfanne wandert
  7. bereits vorgekochte Linsen hinzu und gut mischen
  8. Zum Schluss mit Zitronensaft und frischen Kräutern verfeinern und servieren

So ungefähr zumindest. Ein großer Unterschied zu: „Ich werfe alles gleichzeitig in eine Pfanne und gehe dann erstmal fernsehen“, was meine bisherige Strategie war. Aber dann wurde es halt auch nie so lecker wie bei N. 🙂

Regex-Fu

Irgendwo muss es hin, also warum nicht ein Blogpost? Beim Versuch (nur so semi-erfolgreich) mit vertretbarem Aufwand broodwarmaps.net sicher vor SQL-Injection zu machen, habe ich folgendes Search/Replace Pattern in Eclipse verwendet:

(\$_GET\[[^((?!\]).)*]*\])

Also eine Gruppe () die den String $_GET[….] enthält, und zwar nicht greedy (deswegen das [^((?!\]).)*] )

replace with

mysql_real_escape_string($1)

Okay, falls ich sowas mal wieder brauche, hier habe ich es abgelegt 😉

 

Lebensmittelverschwendung und Foodsharing

Ich sollte vielleicht nochmal richtig recherchieren, wie Essensverschwendung im globalen Kontext im Vergleich zu Müllproduktion, Seiteneffekten von Mobilität oder von Wohnen/Waschen/Entertainment einzuschätzen ist (Treibhausgasemmissionen etc), aber einfach aus dem Bauch heraus wirkt es besonders verwerflich, wenn genießbare Lebensmittel weggeworfen werden – und das findet in Deutschland in einem großen Maße statt. Nun nicht unbedingt in meinem Haushalt, ich esse ja manchmal sogar etwas fragwürdige Sachen noch… aber was insbesondere an Backwaren im Handel jeden Tag weggeworfen wird ist erstaunlich. Das war mir in dem Ausmaß bisher nicht bewusst, bis ich mich mehr mit Foodsharing beschäftigt habe – und damit habe ich auch die beste Lösung parat:

Auf foodsharing.de sind ehrenamtliche „Foodsaver“ unterwegs, die vor Ort bei kooperierenden Betrieben (Restaurants, Supermärkte, Bäckereien) Lebensmittel abholen, bevor diese in der Tonne landen, und dann entweder selbst verwerten, an andere Verteilen oder in sog. Fair-Teiler bringen, wo sie dann für andere kostenfrei zugänglich gemacht werden. Ich bin jetzt auch dabei und möchte künftig zwei Mal die Woche abholen, einen beträchtlichen Teil meiner eigenen Einkäufe so einsparen und alles weitere verteilen. Das Ziel ist primär, dass die Lebensmittel genutzt werden, egal ob der Konsument „bedürftig“ ist oder nicht.

„Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau

Zu Weihnachten habe ich mir Vegan-Klische ade von Niko Rittenau gewünscht, und der Weihnachtsmann hat tatsächlich pünktlich geliefert! Jetzt habe ich das Buch durchgelesen, und möchte versuchen, die für mich wesentlichen und im Alltag umsetzbaren Informationen auf den Punkt zu bringen. Grundsätzlich ist das Buch in zwei wesentliche Abschnitte aufgeteilt: Der erste Teil beschäftigt sich mit Nährstoffen, die bei einer rein veganen Ernährung kritisch sein können und mit welchen Lebensmitteln oder Ergänzungsmitteln potentielle Mängel verhindert werden können. Der zweite Teil bespricht ausführlich die Vorzüge und Unterschiede innerhalb der fünf großen Säulen der vollwertigen menschlichen Ernährung (zu der dann einige Menschen, aber nicht ich „Fleisch/Fisch/Milchprodukte/Eier“ hinzufügen mögen), nämlich:

  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse
  • Samen und Nüsse

Zusätzlich befasst sich Niko Rittenau noch über 40 Seiten lang mit dem Thema Soja und entkräftet dort all die gegen Soja in der menschlichen Ernährung vorgebrachten Argumente, was ich weniger spannend fand, da ich da eh keine Berührungsängste habe.

Bevor ich Lektionen für meine Familie und mich extrahiere erstmal meine persönliche Meinung zu dem Buch: Niko Rittenau hat einen sehr besonnenen und nüchternen Stil und obwohl er sicherlich klar im „Vegan-Camp“ ist, so gibt er sich offensichtlich Mühe, dadurch seine Einschätzung nicht trüben zu lassen und die Studienlage möglichst unbefangen zu interpretieren. Sein Buch ist mit tausenden(!) von Quellenangaben und zitierten Studien unterlegt, die natürlich nicht alle gegenseitig widerspruchsfrei sind. Von daher ist die wesentliche Leistung das Zusammenfassen der Studienlage in der noch ziemlich unreifen Ernährungswissenschaft. Eigene Forschung betrieb Niko Rittenau für das Buch nicht, sondern aggregiert, was Wissenschaftler und andere Autoren bereits herausgefunden haben. Was konkrete Empfehlungen angeht, ist er recht zurückhaltend. Er schreibt niemals: „Konsumiert zwei Mal die Woche Produkt X“, sondern zitiert z.B. Richtwerte für die Aufnahme gewisser Mikronährstoffe und nennt Lebensmittel, die diese Mikronährstoffe enthalten. Die konkrete Umsetzung in so etwas wie einen Essensplan oder eine Einkaufsliste bleibt dem Leser überlassen, wird aber natürlich durch die gegebenen Informationen erleichtert. Insgesamt fällt mein Fazit sehr positiv aus und insbesondere habe ich so großes Vertrauen in Niko Rittenaus Ausführungen, dass ich daraus weitere Empfehlungen für meine Ernährung ableiten möchte, ohne selbst in den Primärquellen nachzulesen;)

Im Folgenden orientiere ich mich mal direkt an den Kapiteln, wie sie im Buch vorgegeben sind:

Protein

Fazit aus dem Buch: Wenn man sich vollwertig vegan ernährt und insgesamt keine Angst vor Hülsenfrüchten und Nüssen hat, dann lässt sich der Bedarf auf jeden Fall decken. Ich habe für mich persönlich aber auch festgestellt, dass ich mit 15-20% Kalorien aus Protein besser fahre als mit knapp über 10% (was auch noch „ausreichend“ wäre, solange man keinen großartigen Muskelaufbau betreiben möchte), und deswegen werde ich weiterhin versuchen in jeder Mahlzeit proteinreiche Lebensmittel wie Tofu, Linsen, Seitan, Nüsse, Hefeflocken oder auch einfach mal ein Proteinpulver zu inkludieren. Ebenso möchte ich meinen Sohn weiterhin anhalten, zu den üblichen „Nudeln mit Tomatensauce“ auch noch ein paar Kichererbsen zu essen – oder ich mogele sie einfach in die Tomatensauce rein 😉

Fette

In dem Kapitel zu Omega-3 Fettsäuren wird ausführlich beschrieben, dass der Körper lebenswichtiges EPA und DHA sowohl über die Ernährung aufnehmen kann, sowie selbst aus Alpha-Linolsäure (ALA) synthetisieren kann. Diese drei Fettsäuren werden allesamt als Omega-3 Fettsäuren bezeichnet und gehören wiederum zur Kategorie der mehrfach ungesättigten Fettsäuren – ebenso wie die Omega-6 Fettsäuren. EPA und DHA ist das, was man im „Fischöl“ findet, wozu es auch vegane Alternativen aus Algen gibt. In einer „normalen“ pflanzlichen Ernährung (in der also Algen keine große Rolle spielen) kommen EPA und DHA kaum vor, weswegen es wichtig wäre, ausreichende Mengen ALA zu sich zu nehmen, etwa durch Leinsamen und Leinöl. In unserer heutigen „westlichen“ Ernährung ist das Verhältnis Omega3:Omega6 in ein sehr ungünstiges Verhältnis gerutscht, weswegen man grundsätzlich Versuchen sollte, Omega-6-reiche Lebensmittel vermindert und Omega-3-reiche Lebensmittel vermehrt zu sich zu nehmen. Konkret für uns nehme ich mit:

  • Rapsöl ist besser als Sonnenblumenöl – ebenso bei Margarine.
  • Grundsätzlich mit isolierten Fetten sparsam umgehen
  • Sicherheitshalber sollten wir zusätzlich ein DHA/EPA Supplement zu uns nehmen, und zwar 250-500 mg am Tag

 

Vitamin B12

Vitamin B12 ist ja der absolute Klassiker, der in der veganen Ernährung bekanntermaßen supplimentiert werden muss, bei Menschen wie bei „Nutz-“ Tieren. Wir haben gewissen Dosen Vitamin B12 ja bereits in verschiedenen Multivitamin-Tabletten drin, die wir oft einfach nutzen um „Wasser mit Geschmack“ zu haben. Trotzdem können wir nicht wirklich zuversichtlich sein, dass diese Mengen ausreichend sind. Eine „Überdosis“ Vitamin B12 zu bekommen ist wohl ziemlich unmöglich, von daher gilt hier wohl „viel hilft viel“. Deswegen würde ich jetzt mal Ausschau halten nach günstigen hochdosierten Tabletten oder Tropfen (~2000 µg), mit denen z.B. eine Dosis die Woche vollkommen ausreichen sollte.

Vitamin B2

Vitamin B2 oder Riboflavin ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, besonders in Mandeln, Champignons und Hefeflocken, durchaus vorhanden, sowie auch in den Multivitamin-Tabletten, die wir gelegentlich nehmen. Von daher müssen wir uns, soweit ich das dem Buch entnehme, hier keine Gedanken machen.

Vitamin D

Das „Sonnenvitamin“ D ist eigentlich ein Hormon, und wird durch den menschlichen Körper eigentlich selbst hergestellt – aber natürlich nicht so sehr im norddeutschen Winter. Über die Wintermonate in den Süden fliegen und dort in der Sonne liegen ist ein attraktiver, aber doch etwas kostspieliger Lösungsansatz. Da es kaum pflanzliche Lebensmittel gibt, die einem hier weiterhelfen, sollten wir insbesondere in den Wintermonaten supplementieren, und zwar mit etwa 2000 IE (Internationale Einheiten) (50 µg) täglich für Tahina und mich, und 1000 IE (25 µg) für Matio. Todo für mich: Die aktuell bei uns im Einsatz befindlichen Präperate in Bezug auf diese Angaben überprüfen.

Eisen

Letzten Sommer wurde bei mir im Rahmen der Ü35-Untersuchung bereits ein niedriger Eisenwert im Blut festgestellt, was wohl zum Teil einfach durch regelmäßige Blutspenden begründet ist, zum Teil sicherlich wohl auch durch schon über zwanzig Jahre vegetarische Ernährungsweise. Nun heißt das ja nicht, das ich krank war, denn ich hatte ja keinerlei Beschwerden – trotzdem nehme ich seitdem regelmäßig morgens Eisenpräperate, damit die mich bei der Blutspende nicht wegschicken können;-) Grundsätzlich sollten Supplements nicht notwendig sein, wenn man viele Nüsse und Kerne (besonders Sesam und Kürbiskerne) in Kombination mit Vitamin C zu sich nimmt. Bis auf Weiteres würden wir hier an dem bisherigen Vorgehen festhalten, eine Kombination aus ausgewogener Ernährung und gelegentlichen Supplements zu nutzen.

Kalzium

Bei Kalzium denkt man ja ziemlich schnell an Milch, und diese gibt es bei uns im Haus halt nur sehr selten, weswegen wir andere Quellen nutzen sollten. Das könnte einerseits angereicherte Sojamilch, mal wieder die großartige Tahina, oder außerdem kalziumreiches Mineralwasser oder auch Leitungswasser sein. Laut Enercity hat unser Leitungswasser aber nur durchschnittlich 74 mg/l Kalcium, da müsste man schon 14 Liter trinken, um auf seinen täglichen Bedarf zu kommen;) Kalziumreiche Lebensmittel wie Sesamsamen oder Leinsamen sollten wir weiterhin zusammen mit säurereichen Lebensmitteln (Zitronensäure, Weinsäure) zu uns nehmen, aber vielleicht nicht unbedingt zusammen mit Spinat, dessen Oxalsäure die Aufnahme hemmen kann. Insgesamt scheint Kalcium aber kein wirklich kritischer Nährstoff in der veganen Ernährung zu sein, weswegen wir hier auch nicht explizit supplementieren werden.

Was ich noch mitgenommen habe:

  • Wir sollten mal prüfen, welche Mineralwasser besonders kalciumreich sind
  • Pflanzenmilch mit Kalcium bevorzugen, gut schütteln!
  • Tofu mit Kalziumsulfat als Gerinnungsmittel bevorzugen

Zink

Zink sollte bei einer ausgewogenen Ernährung nicht supplementiert werden müssen. Es sporadisch trotzdem zu tun, sollte mir aber auch nicht schaden, und so werden ich es weiterhin halten. Dabei ist darauf zu achten, dass Zink und Eisen sich nicht gut vertragen, also nicht zusammen eingenommen werden sollten.

Selen

Paranüsse sind eine potentiell hervorragende, aber wahnsinnig unzuverlässige Selen-Quelle, da der Gehalt erheblich schwankt. Die einfache Regel „Iss einfach zwei Paranüsse am Tag und dein Bedarf ist komplett gedeckt“, stimmt in der Regel nicht, trotzdem sollten wir doch gelegentlich welche essen. Es ist gut möglich, dass wir etwas unterversorgt sind – Hochdosiert supplementieren würde ich Selen trotzdem zur Zeit nicht. Am besten wäre, wenn wie in Finnland, die Böden für den Gemüseanbau mit Selen angereichert würden. Zur Zeit findet eine indirekte Supplementierung nur bei tierischen Produkten über das Tierfutter statt. Finde ich irgendwie total unfair! 🙁

Jod

Jod befindet sich praktisch nicht in pflanzlichen Lebensmitteln – außer einigen Algenarten, und da kann es teilweise in so hohen Konzentrationen vorliegen, dass man sich wohl leicht vergiften kann. Algen konsumieren wir so gut wie nie. Allerdings benutzen wir zum Kochen größtenteils Jodsalz, wodurch wenigstens ein Teil des Bedarfs gedeckt wird. Da die „therapeutische Breite“, also die Spanne zwischen Unter- und Überversorgung, nicht besonders hoch ist, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht supplementieren wollen. Vielleicht sollten wir uns doch noch mehr mit Algen befassen…

Vollkorngetreide

Vollkorngetreide enthält natürlich mehr Ballaststoffe als Weißmehl, geschälter Reis und co, was mir schon lange bewusst war. Was ich vorher nicht so sehr auf dem Schirm hatte, war wieviel mehr Mineralien und Vitamine dort auch drin ist. Dadurch ist ein einfaches Brötchen oder eine Schale Reis ohne Beilage plötzlich weit mehr als „leere Kalorien“. Deswegen würde ich verstärkt auf Vollkornnudeln, Vollkornmehl, Vollkornreis (oder wenigstens Parboiled) setzen, ohne das zur Religion zu machen.

Hülsenfrüchte

Wir konsumieren bereits beinahe täglich Hülsenfrüchte (Hummus, Falafel, Linsensuppe, Tofu und andere Sojaprodukte) und werden das weiterhin beibehalten – das Buch liefert dafür nur weitere Motivation;)

Ein Tipp, um sie noch gesünder und bekömmlicher zu machen ist das Keimen lassen. Wir wollen das mal zumindest bei Mungbohnen versuchen. Weitere Tipps sind: Hinzufügen von Natron beim Einweichen und Kombination mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma (Hauptbestandteile von Curry-Pulver) oder Ingwer.

Gemüse

Egal welcher „Ernährungs-Religion“ man folgt, Gemüse gilt wohl überall als gesund. Zur Frage lieber roh oder gekocht vertritt der Auto die Ansicht: Hauptsache viel Gemüse zu sich nehmen, beides hat seine Vorzüge. In dem Kapitel unterstreicht Niko Rittenau aber besonders, dass Tomaten, Karotten und Paprika ja ganz nett sind, die waren Superfoods sind allerdings Kreuzblütler (*-Kohl, Radischen, Kresse, Rucola) und Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Lauch und Knoblauch. Beide sollten nach Möglichkeit nicht „totgekocht“ werden, um ihr ganzes Potential zu entfalten, weil die wichtigen Enzyme Myrosinase und Alliinase   beim Kochen nach und nach zerstört werden. Ein Trick kann daher sein, zum Beispiel als Beilage zu einer Kohlsuppe einen Rucola-Salat zu essen, in dem die Myrosinase noch intakt ist, oder einen Teil der Zwiebeln/Knoblauch erst ganz am Schluss mit in den Topf zu werfen.

Die wesentliche Message ist natürlich altbekannt: „Esst mehr Gemüse“, und das wollen wir auch weiterhin versuchen, auch gegen Widerstände von fünfjährigen Food-Snobs…

Obst

Das Fazit aus dem Kapitel ist ganz ähnlich wie bei dem zum Gemüse:

  1. Esst reichlich davon
  2. Es sind nicht alle gleich gesund

Oder, ein bisschen detaillierter:

  • Obst lässt den Blutzucker nicht wilde Achterbahnfahrten machen, solange es in seiner natürlichen Form konsumiert wird. Dabei gilt die Hierarchie: Ganzes Obst > Püriert > Saft.
  • Beeren sind besonders gesund und sollten am besten regelmäßig auf den Speiseplan

Nüsse und Samen

Mal am Rande: Erdnüsse sind botanisch zwar Hülsenfrüchte, werden in dem Buch als Nüsse betrachtet, da sie diesen aus Ernährungssicht näher liegen. Genauso hält es der Autor mit Tomaten, die eigentlich ein Obst sind, oder Erdbeeren, die botanisch gar keine Beeren sind.

Obwohl sie ziemlich hochkalorisch sind, wird empfohlen, täglich Nüsse und Samen zu sich zu nehmen. Insbesondere sind sie eine gesunde Fettquelle. Also statt den Salat in Öl zu tränken ist es besser, sparsam mit Öl zu hantieren und statt dessen einige Kürbiskerne, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne dazu zu geben. Grundsätzlich sollen Nüsse gerne mit anderen Lebsnmitteln, insbesondere „grünen“ zusammen konsumiert werden.

Als Champions ihrer jeweiligen Kategorie werden Walnüsse und Leinsamen als besonders gesund hervorgehoben, aber auch alle anderen Nüsse, Samen und Kerne sind empfehlenswert. Dabei ist Einweichen scheinbar komplett überflüssig, was mich ziemlich beruhigt:) Bei unsachgemäßer Lagerung kann es potentiell zu hoher Belastung mit Aflotoxinen kommen. Um das zu vermeiden, sollten wir künftig soweit möglich lieber ganze statt gemahlene Nüsse kaufen, insbesondere wenn wir vorhaben, sie nicht sofort aufzubrauchen – ansonsten besser im Kühlschrank oder sogar Tiefkühlfach lagern. Grundsätzlich ist es wohl vernünftiger, wenn wir künftig weniger „Auswahl“ vorrätig haben, sondern einfach mal rotieren, um Schimmelpilzen weniger Zeit zum Wachsen zu geben.

 

Bei Nüssen rät Rittenau explizit zu Regional (Europa) Bio und Fairtrade – da werden Nachhaltigkeits-Engel und Geiz-Teufelchen auf meinen schmalen Schultern warscheinlich öfter noch ein Streitgespräch zu führen;)

 

 

TLDR

Nochmal die wesentlichen Lektionen aus meiner Sicht:

  • Proteinreiche Lebensmittel bevorzugen
  • Wenn überhaupt Öl, am besten Rapsöl (ggf. Olivenöl)
  • Zink- und Eisen-Supplements nicht gleichzeitig einnehmen
  • Wenn möglich, Vollkorn-Produkte gegenüber den raffinierten Varianten bevorzugen
  • Gekochte und ungekochte Kohl- und Zwiebelgemüse in einer Mahlzeit mischen
  • Selten Saft trinken, statt Apfelsaft lieber einen Apfel oder wenigstens Apfelmus
  • Weniger (insbesondere gemahlene) Nüsse ewig auf Vorrat halten, lieber regelmäßig einkaufen und zügig verbrauchen

Aufgaben für mich:

  • Geeignetes EPA/DHA Supplement besorgen
  • Mineralwasser nach Kalciumgehalt aussuchen
  • Vitamin D sowie Vitamin B12 Präperate prüfen und ggf. neu kaufen

Länder-Quiz

Meine neueste App ist online! Ich habe sie, genau wie meine letzten Projekte, erneut mit Javascript implementiert und Apache Cordova eine APK-Datei für Android daraus generieren lassen. Es ist ein Multiple-Choice Quiz, bei dem die Fragen automatisch generiert werden aus frei verfügbaren Daten der Weltbank und Food and Agriculture Organization der UN.

Getestet habe ich die App primär auf unserem Fire TV, deswegen ist es recht ärgerlich, dass sie letztendlich im Shop von Amazon für Fire TV nicht zugänglich ist. Aber ich habe einen ziemlich einfachen Weg gefunden, sie trotzdem zu installieren:

Über die kostenlose App Apps2Fire kann eine bereits auf dem Smartphone oder Tablet installierte Apps auf das Fire TV senden. Bei Howtogeek ist das Prozedere ausführlicher beschrieben.

Zum Ausprobieren kann online gespielt werden, und zwar hier:

http://www.panschk.de/countryquiz/

Dafür muss man natürlich Online sein. Soll der Spaß auch offline funktionieren, schnell runterladen im Play Store, im Amazon App Store oder einfach als Zip-Datei für den PC.

 

Länder-Quiz – Beta Test

Gestern beim „begehbaren Adventskalender“, an dem meine Familie teilgenommen hat, hatte ich erstmals die Gelegenheit, mein aktuelles Hobby-Projekt „Länder-Quiz“ an einer größeren Gruppe auszuprobieren. Wir haben gemeinsam am Fernseher über den Fire TV Stick gespielt, hat bis auf ein paar kleine Bugs gut funktioniert und Spaß gemacht. Nun also geht’s in den offenen Beta-Test, und als möglicher Feedback-Kanal soll diese Seite fungieren.

Flaggen gehören zu den Quiz-Kategorien…

Statistik-Fragen ebenso

English: This is the page for the open beta test of „Country Quiz“. Feedback can be posted as comment or by email to panschk_at_gmail.com

Und hier Links zum Google Play App Store, Amazon App Store und der Online Version

30 Euro/Woche: Ende und Fazit

Wie bereits angekündigt, beenden wir unser 30 Euro/Woche Experiment nach zwei Wochen. Ich denke wir haben zumindest für uns belegt, dass das gut möglich ist, die selbst auferlegten Regeln haben uns zuletzt aber ziemlich genervt. Die ganz großen Koch-Feuerwerke haben wir dann auch nicht mehr abgebrannt, es gab ja noch genug Reste, die man neu kombinieren oder wieder aufwärmen konnte. Immerhin haben Matio und ich zusammen eine etwas ungewöhnliche Pizza mit Kichererbsen und Spinat gebacken, von der Matio sogar was gegessen hat! 🙂

Der kleine Pizzabäcker rührt den Teig

So sah das Endergebnis aus.

Beim Essen haben wir uns tatsächlich nicht groß einschränken müssen, aber im Gegensatz zu sonst gab es bei uns in den zwei Wochen keinen Saft, nur ganz selten Mineralwasser mit Kohlensäure (fast ausschließlich Leitungswasser) und weniger Kaugummi als gewohnt („geklaut“ aus vorhandenen Vorräten, und damit eigentlich geschummelt). Diese kleinen Luxusartikel des Alltags haben wir wirklich vermisst und werden wir bald wieder nachkaufen:)

Auch wenn wir uns freuen, mal wieder bei iShop, Nature’s Food usw. größere Einkäufe machen zu können, werden wahrscheinlich in den nächsten Wochen für Lebensmittel nicht mal deutlich mehr ausgeben – sondern dafür mal verstärkt an die Reste in der Vorratskammer gehen, die endlich mal reduziert gehören:) Getrocknete Hülsenfrüchte werden wir dabei künftig bestimmt wieder öfter verwenden und künftig unser Hummus selbst machen. Ansonsten werden wir vermutlich nicht viel anders machen als vor dem Experiment.

30 Euro/Woche: 11 Tage vorbei

Nach elf Tagen unseres kleinen Experiments habe ich tatsächlich das Gefühl, ein paar Sachen gelernt bzw. wertzuschätzen gelernt zu haben. Aber Tahina und ich sind uns einig, dass dieses Experiment nach zwei Wochen abgeschlossen wird, und wir danach wieder „normal“ weitermachen. Dabei sind die 30 € pro Woche gar keine große Einschränkung, dafür haben wir eigentlich alles bekommen was wir so brauchten. Nervig war vor allem, die Lebensmittel nicht verwenden zu dürfen, die wir eh noch in der Vorratskammer haben.

Gemüse und Sojaschnetzel

Was wir jetzt wissen:

    • Selbst Brot backen ist durchaus machbar, kann man ruhig öfter mal tun

Die „Wurstmasse“ wurde im Reiskocher gedämpft, während unten Bulgur mit Rosinen und Erdnüssen gekocht wurde

Das Ergebnis ist halbwegs fest und durchaus schmackhaft geworden, aber nicht wirklich wie eine Wurst.

  • Getrocknete Kichererbsen sind der Hammer. 1 Kilo für zwei Euro, und damit lässt sich leicht selbst Hummus machen, statt den immer teuer und mit viel Plastik drum vom Supermarkt zu kaufen. Ich habe auch versucht eine Art Wurst daraus herzustellen, mit Haferflocken, Rapsöl, Tomatenmark und Knoblauch.
    Das Ergebnis entspricht nicht ganz der Erwartung – schmeckt schon gut, aber nicht wurstähnlich genug um unseren vierjährigen Food-Snob zu überzeugen. Zum Glück mag er Kichererbsen einfach so, also brauchen wir ihm die gar nicht unterzujubeln 🙂
  • Vegan ist für die allermeisten Sachen wirklich kein Handycap beim Geldsparen. Ausnahme war jetzt mal die Schoko-Crème. Statt Nutella oder die Hausmarken-Alternative musste es dann das DM-Bio-Produkt sein, für immerhin 3 Euro für ein Glas. Aber es musste halt sein 😉

Tahina hat dann für Sonntag erneut einen Apfelkuchen gebacken. Das war der dritte innerhalb von zwei Wochen – das ist so nicht normal, glaubt mir 😉

Schon wieder Apfelkuchen 😉

So ein schönes Herbstwochenende muss man in der Natur genießen! 🙂

Letztendlich mehr als beim Essen haben wir die Einschränkung bei der Freizeitgestaltung gemerkt. Alles wo man erstmal Eintritt bezahlen muss fiel flach – statt dessen haben wir am Wochenende längere Radtouren gemacht und waren sogar mal „wandern“ im Benther Berg.