Lebensmittelverschwendung und Foodsharing

Ich sollte vielleicht nochmal richtig recherchieren, wie Essensverschwendung im globalen Kontext im Vergleich zu Müllproduktion, Seiteneffekten von Mobilität oder von Wohnen/Waschen/Entertainment einzuschätzen ist (Treibhausgasemmissionen etc), aber einfach aus dem Bauch heraus wirkt es besonders verwerflich, wenn genießbare Lebensmittel weggeworfen werden – und das findet in Deutschland in einem großen Maße statt. Nun nicht unbedingt in meinem Haushalt, ich esse ja manchmal sogar etwas fragwürdige Sachen noch… aber was insbesondere an Backwaren im Handel jeden Tag weggeworfen wird ist erstaunlich. Das war mir in dem Ausmaß bisher nicht bewusst, bis ich mich mehr mit Foodsharing beschäftigt habe – und damit habe ich auch die beste Lösung parat:

Auf foodsharing.de sind ehrenamtliche „Foodsaver“ unterwegs, die vor Ort bei kooperierenden Betrieben (Restaurants, Supermärkte, Bäckereien) Lebensmittel abholen, bevor diese in der Tonne landen, und dann entweder selbst verwerten, an andere Verteilen oder in sog. Fair-Teiler bringen, wo sie dann für andere kostenfrei zugänglich gemacht werden. Ich bin jetzt auch dabei und möchte künftig zwei Mal die Woche abholen, einen beträchtlichen Teil meiner eigenen Einkäufe so einsparen und alles weitere verteilen. Das Ziel ist primär, dass die Lebensmittel genutzt werden, egal ob der Konsument „bedürftig“ ist oder nicht.

„Vegan-Klischee ade!“ von Niko Rittenau

Zu Weihnachten habe ich mir Vegan-Klische ade von Niko Rittenau gewünscht, und der Weihnachtsmann hat tatsächlich pünktlich geliefert! Jetzt habe ich das Buch durchgelesen, und möchte versuchen, die für mich wesentlichen und im Alltag umsetzbaren Informationen auf den Punkt zu bringen. Grundsätzlich ist das Buch in zwei wesentliche Abschnitte aufgeteilt: Der erste Teil beschäftigt sich mit Nährstoffen, die bei einer rein veganen Ernährung kritisch sein können und mit welchen Lebensmitteln oder Ergänzungsmitteln potentielle Mängel verhindert werden können. Der zweite Teil bespricht ausführlich die Vorzüge und Unterschiede innerhalb der fünf großen Säulen der vollwertigen menschlichen Ernährung (zu der dann einige Menschen, aber nicht ich „Fleisch/Fisch/Milchprodukte/Eier“ hinzufügen mögen), nämlich:

  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse
  • Samen und Nüsse

Zusätzlich befasst sich Niko Rittenau noch über 40 Seiten lang mit dem Thema Soja und entkräftet dort all die gegen Soja in der menschlichen Ernährung vorgebrachten Argumente, was ich weniger spannend fand, da ich da eh keine Berührungsängste habe.

Bevor ich Lektionen für meine Familie und mich extrahiere erstmal meine persönliche Meinung zu dem Buch: Niko Rittenau hat einen sehr besonnenen und nüchternen Stil und obwohl er sicherlich klar im „Vegan-Camp“ ist, so gibt er sich offensichtlich Mühe, dadurch seine Einschätzung nicht trüben zu lassen und die Studienlage möglichst unbefangen zu interpretieren. Sein Buch ist mit tausenden(!) von Quellenangaben und zitierten Studien unterlegt, die natürlich nicht alle gegenseitig widerspruchsfrei sind. Von daher ist die wesentliche Leistung das Zusammenfassen der Studienlage in der noch ziemlich unreifen Ernährungswissenschaft. Eigene Forschung betrieb Niko Rittenau für das Buch nicht, sondern aggregiert, was Wissenschaftler und andere Autoren bereits herausgefunden haben. Was konkrete Empfehlungen angeht, ist er recht zurückhaltend. Er schreibt niemals: „Konsumiert zwei Mal die Woche Produkt X“, sondern zitiert z.B. Richtwerte für die Aufnahme gewisser Mikronährstoffe und nennt Lebensmittel, die diese Mikronährstoffe enthalten. Die konkrete Umsetzung in so etwas wie einen Essensplan oder eine Einkaufsliste bleibt dem Leser überlassen, wird aber natürlich durch die gegebenen Informationen erleichtert. Insgesamt fällt mein Fazit sehr positiv aus und insbesondere habe ich so großes Vertrauen in Niko Rittenaus Ausführungen, dass ich daraus weitere Empfehlungen für meine Ernährung ableiten möchte, ohne selbst in den Primärquellen nachzulesen;)

Im Folgenden orientiere ich mich mal direkt an den Kapiteln, wie sie im Buch vorgegeben sind:

Protein

Fazit aus dem Buch: Wenn man sich vollwertig vegan ernährt und insgesamt keine Angst vor Hülsenfrüchten und Nüssen hat, dann lässt sich der Bedarf auf jeden Fall decken. Ich habe für mich persönlich aber auch festgestellt, dass ich mit 15-20% Kalorien aus Protein besser fahre als mit knapp über 10% (was auch noch „ausreichend“ wäre, solange man keinen großartigen Muskelaufbau betreiben möchte), und deswegen werde ich weiterhin versuchen in jeder Mahlzeit proteinreiche Lebensmittel wie Tofu, Linsen, Seitan, Nüsse, Hefeflocken oder auch einfach mal ein Proteinpulver zu inkludieren. Ebenso möchte ich meinen Sohn weiterhin anhalten, zu den üblichen „Nudeln mit Tomatensauce“ auch noch ein paar Kichererbsen zu essen – oder ich mogele sie einfach in die Tomatensauce rein 😉

Fette

In dem Kapitel zu Omega-3 Fettsäuren wird ausführlich beschrieben, dass der Körper lebenswichtiges EPA und DHA sowohl über die Ernährung aufnehmen kann, sowie selbst aus Alpha-Linolsäure (ALA) synthetisieren kann. Diese drei Fettsäuren werden allesamt als Omega-3 Fettsäuren bezeichnet und gehören wiederum zur Kategorie der mehrfach ungesättigten Fettsäuren – ebenso wie die Omega-6 Fettsäuren. EPA und DHA ist das, was man im „Fischöl“ findet, wozu es auch vegane Alternativen aus Algen gibt. In einer „normalen“ pflanzlichen Ernährung (in der also Algen keine große Rolle spielen) kommen EPA und DHA kaum vor, weswegen es wichtig wäre, ausreichende Mengen ALA zu sich zu nehmen, etwa durch Leinsamen und Leinöl. In unserer heutigen „westlichen“ Ernährung ist das Verhältnis Omega3:Omega6 in ein sehr ungünstiges Verhältnis gerutscht, weswegen man grundsätzlich Versuchen sollte, Omega-6-reiche Lebensmittel vermindert und Omega-3-reiche Lebensmittel vermehrt zu sich zu nehmen. Konkret für uns nehme ich mit:

  • Rapsöl ist besser als Sonnenblumenöl – ebenso bei Margarine.
  • Grundsätzlich mit isolierten Fetten sparsam umgehen
  • Sicherheitshalber sollten wir zusätzlich ein DHA/EPA Supplement zu uns nehmen, und zwar 250-500 mg am Tag

 

Vitamin B12

Vitamin B12 ist ja der absolute Klassiker, der in der veganen Ernährung bekanntermaßen supplimentiert werden muss, bei Menschen wie bei „Nutz-“ Tieren. Wir haben gewissen Dosen Vitamin B12 ja bereits in verschiedenen Multivitamin-Tabletten drin, die wir oft einfach nutzen um „Wasser mit Geschmack“ zu haben. Trotzdem können wir nicht wirklich zuversichtlich sein, dass diese Mengen ausreichend sind. Eine „Überdosis“ Vitamin B12 zu bekommen ist wohl ziemlich unmöglich, von daher gilt hier wohl „viel hilft viel“. Deswegen würde ich jetzt mal Ausschau halten nach günstigen hochdosierten Tabletten oder Tropfen (~2000 µg), mit denen z.B. eine Dosis die Woche vollkommen ausreichen sollte.

Vitamin B2

Vitamin B2 oder Riboflavin ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, besonders in Mandeln, Champignons und Hefeflocken, durchaus vorhanden, sowie auch in den Multivitamin-Tabletten, die wir gelegentlich nehmen. Von daher müssen wir uns, soweit ich das dem Buch entnehme, hier keine Gedanken machen.

Vitamin D

Das „Sonnenvitamin“ D ist eigentlich ein Hormon, und wird durch den menschlichen Körper eigentlich selbst hergestellt – aber natürlich nicht so sehr im norddeutschen Winter. Über die Wintermonate in den Süden fliegen und dort in der Sonne liegen ist ein attraktiver, aber doch etwas kostspieliger Lösungsansatz. Da es kaum pflanzliche Lebensmittel gibt, die einem hier weiterhelfen, sollten wir insbesondere in den Wintermonaten supplementieren, und zwar mit etwa 2000 IE (Internationale Einheiten) (50 µg) täglich für Tahina und mich, und 1000 IE (25 µg) für Matio. Todo für mich: Die aktuell bei uns im Einsatz befindlichen Präperate in Bezug auf diese Angaben überprüfen.

Eisen

Letzten Sommer wurde bei mir im Rahmen der Ü35-Untersuchung bereits ein niedriger Eisenwert im Blut festgestellt, was wohl zum Teil einfach durch regelmäßige Blutspenden begründet ist, zum Teil sicherlich wohl auch durch schon über zwanzig Jahre vegetarische Ernährungsweise. Nun heißt das ja nicht, das ich krank war, denn ich hatte ja keinerlei Beschwerden – trotzdem nehme ich seitdem regelmäßig morgens Eisenpräperate, damit die mich bei der Blutspende nicht wegschicken können;-) Grundsätzlich sollten Supplements nicht notwendig sein, wenn man viele Nüsse und Kerne (besonders Sesam und Kürbiskerne) in Kombination mit Vitamin C zu sich nimmt. Bis auf Weiteres würden wir hier an dem bisherigen Vorgehen festhalten, eine Kombination aus ausgewogener Ernährung und gelegentlichen Supplements zu nutzen.

Kalzium

Bei Kalzium denkt man ja ziemlich schnell an Milch, und diese gibt es bei uns im Haus halt nur sehr selten, weswegen wir andere Quellen nutzen sollten. Das könnte einerseits angereicherte Sojamilch, mal wieder die großartige Tahina, oder außerdem kalziumreiches Mineralwasser oder auch Leitungswasser sein. Laut Enercity hat unser Leitungswasser aber nur durchschnittlich 74 mg/l Kalcium, da müsste man schon 14 Liter trinken, um auf seinen täglichen Bedarf zu kommen;) Kalziumreiche Lebensmittel wie Sesamsamen oder Leinsamen sollten wir weiterhin zusammen mit säurereichen Lebensmitteln (Zitronensäure, Weinsäure) zu uns nehmen, aber vielleicht nicht unbedingt zusammen mit Spinat, dessen Oxalsäure die Aufnahme hemmen kann. Insgesamt scheint Kalcium aber kein wirklich kritischer Nährstoff in der veganen Ernährung zu sein, weswegen wir hier auch nicht explizit supplementieren werden.

Was ich noch mitgenommen habe:

  • Wir sollten mal prüfen, welche Mineralwasser besonders kalciumreich sind
  • Pflanzenmilch mit Kalcium bevorzugen, gut schütteln!
  • Tofu mit Kalziumsulfat als Gerinnungsmittel bevorzugen

Zink

Zink sollte bei einer ausgewogenen Ernährung nicht supplementiert werden müssen. Es sporadisch trotzdem zu tun, sollte mir aber auch nicht schaden, und so werden ich es weiterhin halten. Dabei ist darauf zu achten, dass Zink und Eisen sich nicht gut vertragen, also nicht zusammen eingenommen werden sollten.

Selen

Paranüsse sind eine potentiell hervorragende, aber wahnsinnig unzuverlässige Selen-Quelle, da der Gehalt erheblich schwankt. Die einfache Regel „Iss einfach zwei Paranüsse am Tag und dein Bedarf ist komplett gedeckt“, stimmt in der Regel nicht, trotzdem sollten wir doch gelegentlich welche essen. Es ist gut möglich, dass wir etwas unterversorgt sind – Hochdosiert supplementieren würde ich Selen trotzdem zur Zeit nicht. Am besten wäre, wenn wie in Finnland, die Böden für den Gemüseanbau mit Selen angereichert würden. Zur Zeit findet eine indirekte Supplementierung nur bei tierischen Produkten über das Tierfutter statt. Finde ich irgendwie total unfair! 🙁

Jod

Jod befindet sich praktisch nicht in pflanzlichen Lebensmitteln – außer einigen Algenarten, und da kann es teilweise in so hohen Konzentrationen vorliegen, dass man sich wohl leicht vergiften kann. Algen konsumieren wir so gut wie nie. Allerdings benutzen wir zum Kochen größtenteils Jodsalz, wodurch wenigstens ein Teil des Bedarfs gedeckt wird. Da die „therapeutische Breite“, also die Spanne zwischen Unter- und Überversorgung, nicht besonders hoch ist, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht supplementieren wollen. Vielleicht sollten wir uns doch noch mehr mit Algen befassen…

Vollkorngetreide

Vollkorngetreide enthält natürlich mehr Ballaststoffe als Weißmehl, geschälter Reis und co, was mir schon lange bewusst war. Was ich vorher nicht so sehr auf dem Schirm hatte, war wieviel mehr Mineralien und Vitamine dort auch drin ist. Dadurch ist ein einfaches Brötchen oder eine Schale Reis ohne Beilage plötzlich weit mehr als „leere Kalorien“. Deswegen würde ich verstärkt auf Vollkornnudeln, Vollkornmehl, Vollkornreis (oder wenigstens Parboiled) setzen, ohne das zur Religion zu machen.

Hülsenfrüchte

Wir konsumieren bereits beinahe täglich Hülsenfrüchte (Hummus, Falafel, Linsensuppe, Tofu und andere Sojaprodukte) und werden das weiterhin beibehalten – das Buch liefert dafür nur weitere Motivation;)

Ein Tipp, um sie noch gesünder und bekömmlicher zu machen ist das Keimen lassen. Wir wollen das mal zumindest bei Mungbohnen versuchen. Weitere Tipps sind: Hinzufügen von Natron beim Einweichen und Kombination mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma (Hauptbestandteile von Curry-Pulver) oder Ingwer.

Gemüse

Egal welcher „Ernährungs-Religion“ man folgt, Gemüse gilt wohl überall als gesund. Zur Frage lieber roh oder gekocht vertritt der Auto die Ansicht: Hauptsache viel Gemüse zu sich nehmen, beides hat seine Vorzüge. In dem Kapitel unterstreicht Niko Rittenau aber besonders, dass Tomaten, Karotten und Paprika ja ganz nett sind, die waren Superfoods sind allerdings Kreuzblütler (*-Kohl, Radischen, Kresse, Rucola) und Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Lauch und Knoblauch. Beide sollten nach Möglichkeit nicht „totgekocht“ werden, um ihr ganzes Potential zu entfalten, weil die wichtigen Enzyme Myrosinase und Alliinase   beim Kochen nach und nach zerstört werden. Ein Trick kann daher sein, zum Beispiel als Beilage zu einer Kohlsuppe einen Rucola-Salat zu essen, in dem die Myrosinase noch intakt ist, oder einen Teil der Zwiebeln/Knoblauch erst ganz am Schluss mit in den Topf zu werfen.

Die wesentliche Message ist natürlich altbekannt: „Esst mehr Gemüse“, und das wollen wir auch weiterhin versuchen, auch gegen Widerstände von fünfjährigen Food-Snobs…

Obst

Das Fazit aus dem Kapitel ist ganz ähnlich wie bei dem zum Gemüse:

  1. Esst reichlich davon
  2. Es sind nicht alle gleich gesund

Oder, ein bisschen detaillierter:

  • Obst lässt den Blutzucker nicht wilde Achterbahnfahrten machen, solange es in seiner natürlichen Form konsumiert wird. Dabei gilt die Hierarchie: Ganzes Obst > Püriert > Saft.
  • Beeren sind besonders gesund und sollten am besten regelmäßig auf den Speiseplan

Nüsse und Samen

Mal am Rande: Erdnüsse sind botanisch zwar Hülsenfrüchte, werden in dem Buch als Nüsse betrachtet, da sie diesen aus Ernährungssicht näher liegen. Genauso hält es der Autor mit Tomaten, die eigentlich ein Obst sind, oder Erdbeeren, die botanisch gar keine Beeren sind.

Obwohl sie ziemlich hochkalorisch sind, wird empfohlen, täglich Nüsse und Samen zu sich zu nehmen. Insbesondere sind sie eine gesunde Fettquelle. Also statt den Salat in Öl zu tränken ist es besser, sparsam mit Öl zu hantieren und statt dessen einige Kürbiskerne, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne dazu zu geben. Grundsätzlich sollen Nüsse gerne mit anderen Lebsnmitteln, insbesondere „grünen“ zusammen konsumiert werden.

Als Champions ihrer jeweiligen Kategorie werden Walnüsse und Leinsamen als besonders gesund hervorgehoben, aber auch alle anderen Nüsse, Samen und Kerne sind empfehlenswert. Dabei ist Einweichen scheinbar komplett überflüssig, was mich ziemlich beruhigt:) Bei unsachgemäßer Lagerung kann es potentiell zu hoher Belastung mit Aflotoxinen kommen. Um das zu vermeiden, sollten wir künftig soweit möglich lieber ganze statt gemahlene Nüsse kaufen, insbesondere wenn wir vorhaben, sie nicht sofort aufzubrauchen – ansonsten besser im Kühlschrank oder sogar Tiefkühlfach lagern. Grundsätzlich ist es wohl vernünftiger, wenn wir künftig weniger „Auswahl“ vorrätig haben, sondern einfach mal rotieren, um Schimmelpilzen weniger Zeit zum Wachsen zu geben.

 

Bei Nüssen rät Rittenau explizit zu Regional (Europa) Bio und Fairtrade – da werden Nachhaltigkeits-Engel und Geiz-Teufelchen auf meinen schmalen Schultern warscheinlich öfter noch ein Streitgespräch zu führen;)

 

 

TLDR

Nochmal die wesentlichen Lektionen aus meiner Sicht:

  • Proteinreiche Lebensmittel bevorzugen
  • Wenn überhaupt Öl, am besten Rapsöl (ggf. Olivenöl)
  • Zink- und Eisen-Supplements nicht gleichzeitig einnehmen
  • Wenn möglich, Vollkorn-Produkte gegenüber den raffinierten Varianten bevorzugen
  • Gekochte und ungekochte Kohl- und Zwiebelgemüse in einer Mahlzeit mischen
  • Selten Saft trinken, statt Apfelsaft lieber einen Apfel oder wenigstens Apfelmus
  • Weniger (insbesondere gemahlene) Nüsse ewig auf Vorrat halten, lieber regelmäßig einkaufen und zügig verbrauchen

Aufgaben für mich:

  • Geeignetes EPA/DHA Supplement besorgen
  • Mineralwasser nach Kalciumgehalt aussuchen
  • Vitamin D sowie Vitamin B12 Präperate prüfen und ggf. neu kaufen

Länder-Quiz

Meine neueste App ist online! Ich habe sie, genau wie meine letzten Projekte, erneut mit Javascript implementiert und Apache Cordova eine APK-Datei für Android daraus generieren lassen. Es ist ein Multiple-Choice Quiz, bei dem die Fragen automatisch generiert werden aus frei verfügbaren Daten der Weltbank und Food and Agriculture Organization der UN.

Getestet habe ich die App primär auf unserem Fire TV, deswegen ist es recht ärgerlich, dass sie letztendlich im Shop von Amazon für Fire TV nicht zugänglich ist. Aber ich habe einen ziemlich einfachen Weg gefunden, sie trotzdem zu installieren:

Über die kostenlose App Apps2Fire kann eine bereits auf dem Smartphone oder Tablet installierte Apps auf das Fire TV senden. Bei Howtogeek ist das Prozedere ausführlicher beschrieben.

Zum Ausprobieren kann online gespielt werden, und zwar hier:

http://www.panschk.de/countryquiz/

Dafür muss man natürlich Online sein. Soll der Spaß auch offline funktionieren, schnell runterladen im Play Store, im Amazon App Store oder einfach als Zip-Datei für den PC.

 

Länder-Quiz – Beta Test

Gestern beim „begehbaren Adventskalender“, an dem meine Familie teilgenommen hat, hatte ich erstmals die Gelegenheit, mein aktuelles Hobby-Projekt „Länder-Quiz“ an einer größeren Gruppe auszuprobieren. Wir haben gemeinsam am Fernseher über den Fire TV Stick gespielt, hat bis auf ein paar kleine Bugs gut funktioniert und Spaß gemacht. Nun also geht’s in den offenen Beta-Test, und als möglicher Feedback-Kanal soll diese Seite fungieren.

Flaggen gehören zu den Quiz-Kategorien…

Statistik-Fragen ebenso

English: This is the page for the open beta test of „Country Quiz“. Feedback can be posted as comment or by email to panschk_at_gmail.com

Und hier Links zum Google Play App Store, Amazon App Store und der Online Version

30 Euro/Woche: Ende und Fazit

Wie bereits angekündigt, beenden wir unser 30 Euro/Woche Experiment nach zwei Wochen. Ich denke wir haben zumindest für uns belegt, dass das gut möglich ist, die selbst auferlegten Regeln haben uns zuletzt aber ziemlich genervt. Die ganz großen Koch-Feuerwerke haben wir dann auch nicht mehr abgebrannt, es gab ja noch genug Reste, die man neu kombinieren oder wieder aufwärmen konnte. Immerhin haben Matio und ich zusammen eine etwas ungewöhnliche Pizza mit Kichererbsen und Spinat gebacken, von der Matio sogar was gegessen hat! 🙂

Der kleine Pizzabäcker rührt den Teig

So sah das Endergebnis aus.

Beim Essen haben wir uns tatsächlich nicht groß einschränken müssen, aber im Gegensatz zu sonst gab es bei uns in den zwei Wochen keinen Saft, nur ganz selten Mineralwasser mit Kohlensäure (fast ausschließlich Leitungswasser) und weniger Kaugummi als gewohnt („geklaut“ aus vorhandenen Vorräten, und damit eigentlich geschummelt). Diese kleinen Luxusartikel des Alltags haben wir wirklich vermisst und werden wir bald wieder nachkaufen:)

Auch wenn wir uns freuen, mal wieder bei iShop, Nature’s Food usw. größere Einkäufe machen zu können, werden wahrscheinlich in den nächsten Wochen für Lebensmittel nicht mal deutlich mehr ausgeben – sondern dafür mal verstärkt an die Reste in der Vorratskammer gehen, die endlich mal reduziert gehören:) Getrocknete Hülsenfrüchte werden wir dabei künftig bestimmt wieder öfter verwenden und künftig unser Hummus selbst machen. Ansonsten werden wir vermutlich nicht viel anders machen als vor dem Experiment.

30 Euro/Woche: 11 Tage vorbei

Nach elf Tagen unseres kleinen Experiments habe ich tatsächlich das Gefühl, ein paar Sachen gelernt bzw. wertzuschätzen gelernt zu haben. Aber Tahina und ich sind uns einig, dass dieses Experiment nach zwei Wochen abgeschlossen wird, und wir danach wieder „normal“ weitermachen. Dabei sind die 30 € pro Woche gar keine große Einschränkung, dafür haben wir eigentlich alles bekommen was wir so brauchten. Nervig war vor allem, die Lebensmittel nicht verwenden zu dürfen, die wir eh noch in der Vorratskammer haben.

Gemüse und Sojaschnetzel

Was wir jetzt wissen:

    • Selbst Brot backen ist durchaus machbar, kann man ruhig öfter mal tun

Die „Wurstmasse“ wurde im Reiskocher gedämpft, während unten Bulgur mit Rosinen und Erdnüssen gekocht wurde

Das Ergebnis ist halbwegs fest und durchaus schmackhaft geworden, aber nicht wirklich wie eine Wurst.

  • Getrocknete Kichererbsen sind der Hammer. 1 Kilo für zwei Euro, und damit lässt sich leicht selbst Hummus machen, statt den immer teuer und mit viel Plastik drum vom Supermarkt zu kaufen. Ich habe auch versucht eine Art Wurst daraus herzustellen, mit Haferflocken, Rapsöl, Tomatenmark und Knoblauch.
    Das Ergebnis entspricht nicht ganz der Erwartung – schmeckt schon gut, aber nicht wurstähnlich genug um unseren vierjährigen Food-Snob zu überzeugen. Zum Glück mag er Kichererbsen einfach so, also brauchen wir ihm die gar nicht unterzujubeln 🙂
  • Vegan ist für die allermeisten Sachen wirklich kein Handycap beim Geldsparen. Ausnahme war jetzt mal die Schoko-Crème. Statt Nutella oder die Hausmarken-Alternative musste es dann das DM-Bio-Produkt sein, für immerhin 3 Euro für ein Glas. Aber es musste halt sein 😉

Tahina hat dann für Sonntag erneut einen Apfelkuchen gebacken. Das war der dritte innerhalb von zwei Wochen – das ist so nicht normal, glaubt mir 😉

Schon wieder Apfelkuchen 😉

So ein schönes Herbstwochenende muss man in der Natur genießen! 🙂

Letztendlich mehr als beim Essen haben wir die Einschränkung bei der Freizeitgestaltung gemerkt. Alles wo man erstmal Eintritt bezahlen muss fiel flach – statt dessen haben wir am Wochenende längere Radtouren gemacht und waren sogar mal „wandern“ im Benther Berg.

30 Euro/Woche: Tage 3 und 4

Wenn das Geld langsam ausgeht, ist gute Abstimmung notwendig;)

Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag standen weitere Einkäufe an, und dann hatten wir auch schon alles bis auf etwa 20 Cent ausgegeben. Dafür hatten wir jetzt auch ein paar frische Sachen: Vor allem Kürbis ist im Herbst ein echtes Highlight. Außerdem habe ich Sojagranulat und Sojaschnetzel im „Wert“ von 2 Euro abgewogen (und aus dem Budget bezahlt) die wir noch zuhause hatten, damit wir nicht extra zu Nature’s Food nach Linden fahren müssen. Am Wochenende war auch etwas mehr Zeit, um richtig zu kochen, und Tahina hat mal wieder in der Küche gezaubert. Ein Kindergartenfreund von Matio hat von Samstag auf Sonntag bei uns übernachtet, aber Kinder sind ja eigentlich einfach zufrieden zu stellen: Nudeln, etwas Gemüse zum Abendessen, Toastbrot mit veganer Schokocrème (von der wir noch etwas zuhause hatten) zum Frühstück und sie waren zufrieden:)

Mittagessen am Samstag: Hauptsächlich Kombination von Resten vom Vortag, plus Fertig-Sauerkraut und Nudeln

Mittagessen am Sonntag: Endlich mal wieder Salat, und Nudeln mit Tomatensauce (passierte Tomaten, Zwiebeln, Paprika) geht eh immer!

Abendessen am Sonntag: Rosmarinkartoffeln und Sojahack in Currysauce mit Kürbis und Kartoffeln, dazu Reis und Reste vom Sauerkraut vom Vortag

Zutaten für die Kürbis/Karotten/Kartoffelsuppe

Eine glückliche Familie 😉

Experiment: Essen für 30 Euro/Woche

Nach der Definition der World Bank Group liegt „absolute Armut“ vor, wenn ein Mensch zum Leben weniger als 1,90 $ am Tag zur Verfügung stehen, das sind nach dem Wechselkurs von heute etwa 1,64 €. 10 Prozent der Menschheit leben noch immer in solchen Verhältnissen, auch wenn erfreulicherweise der Anteil der Weltbevölkerung in extremer Armut in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist. Der Großteil wird wohl Subsistenzfarmer sein, die in ihren ländlichen Strukturen zum großen Teil ohne Geld auskommen, denn anders stelle ich es mir schwer möglich vor, auf diese Weise dauerhaft zu (über)leben, wenn man an all die Kosten für Essen, Hygiene, Wohnen, Kommunikation, Mobilität und Bildung einbeziehe, die in einer modernen Gesellschaft so anfallen. Wir sind in Deutschland in der glücklichen Lage, weit weg von solchen Extremen zu sein, weswegen der Begriff der „absoluten Armut“ in Deutschland ja auch nicht wirklich verwendet wird. Statt dessen spricht hierzulande von relativer Armut, wenn weniger als 50% des Einkommens des Durchschnittsdeutschen zur Verfügung zum Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Nach dieser Definition muss eigentlich fast zwangsläufig irgendwer arm sein, was für die absolute Armut nicht gilt.

Reicht das für eine ganze Woche?

Ich weiß gar nicht genau warum, aber irgendwie finde ich es interessant auszuloten, wie „arm“ ich sein kann und trotzdem noch ein gutes und produktives Leben führen kann. Deswegen habe ich mir folgendes als Experiment überlegt: Für den Zeitraum von einigen Wochen von den oben genannten 1,90 $, also gut 1,60 € pro Person die täglichen Kosten für Ernährung zu bestreiten, und während dieses Zeitraums auf zusätzlichen Konsum (Drogerieartikel, Klamotten usw.) zu verzichten. Da in der Wohnung erstmal noch genug Klopapier, Seife und T-Shirts sind, sollte das kein großes Opfer sein. Tahina hat sich entschlossen, bei meiner seltsamen Idee mitzumachen, und so haben wir uns für zwei Erwachsene und unseren vierjährigen auf eine Gesamtbetrag von 30 Euro die Woche geeinigt, also knapp über 4 Euro am Tag. Unsere Miete, Strom, Internet usw. zahlen und nutzen wir natürlich weiter, weswegen unsere Gesamtausgaben und unser Lebensstandard natürlich auch mit diesen Einschränkungen deutlich höher liegt. Und natürlich können wir das Experiment jederzeit abbrechen, wenn es notwendig oder uns einfach zu unbequem wird, was ja ebenfalls ein erheblicher Luxus ist.

Los geht’s am 4. Oktober 2018. Am Vortag haben wir versucht, die meisten Reste aufzuessen, um nicht mit einem vollen Kühlschrank zu starten, aber eine perfekte Punktlandung ist natürlich nicht ganz möglich gewesen. So starten wir also in die erste Woche rein:

Die Äpfel sind selbstgepflückt, also eigentlich sowieso total erlaubt 🙂

Tahina hat am Vortag noch einen leckeren Apfelkuchen gebacken, der wird natürlich aufgegessen 🙂

Ein paar Kleinigkeiten aus dem Kühlschrank nehmen wir auch als „Startkapital“ mit rein in das Experiment

Ein paar Basics wie Salz, Gemüsebrühe und Leinsamen

Auf dem Balkon vegetieren noch einige Kräuter vor sich hin, von denen wir uns vor Einbruch des Winters großzügig bedienen können, und wir erlegen uns keine strengen Regeln auf, nicht auf der Arbeit oder zu Besuch den einen oder anderen Snack zu finden – solange es nicht einen großen Teil unserer Kalorien ausmacht.

In der Folge möchte ich berichten, wie es uns so dabei geht und was wir so konkret kochen.

Nachtrag: Hier alle Beiträge in chronologischer Reihenfolge:

Meistproduzierte Pflanzenöle

Gestern hatte ich eine einfache Tabelle zu der Frage: „Welches sind die am meisten produzierten Öle?“ gesucht und nicht gefunden. Also habe ich sie selbst zusammengestellt. Quelle dafür ist die Webseite der Food and Agriculture Organization der UN.

Die Daten sind von 2014, neuere gibt es dort zur Zeit nicht:

Öl/Pflanzenfett Produktion Mio t/Jahr (weltweit)
Palmöl 57,3
Sojaöl 45,7
Rapsöl 25,9
Sonnenblumenöl 15,8
Palmkernöl 6,6
Baumwollsamenöl 5,0
Erdnussöl 5,0
Maisöl 3,2
Kokusnussöl 3,1
Olivenöl 3,1
Sesamöl 1,6
Leinsamenöl 0,7
Distelöl 0,1

Palmöl (welches übrigens wie Kokusöl wohl eher als „Pflanzenfett“ als „Pflanzenöl“ bezeichnet werden soll, weil es bei Raumtemperatur fest ist) auf Platz eins der Liste zu sehen hätte ich erwartet. Sojaöl auf Platz zwei hingegen hat mich ziemlich überrascht. Schließlich hört man davon eigentlich nicht so viel, und im Supermarkt wird doch eher Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl gekauft. Offenbar wird ein Großteil der Produktion aber tatsächlich in der menschlichen Ernährung eingesetzt, überwiegend in Produkten wie Margarine, und wohl auch mehr in Amerika als bei uns in Europa. Naheliegend, wir haben schließlich viel mehr Rapsfelder als Sojabohnenfelder hierzulande. Ebenfalls überrascht hat mich in der Liste Baumwollsamenöl. Das ist ein Nebenprodukt aus der Baumwollherstellung und ebenfalls vor allem in den USA populär, in industriell „veredelten“ Lebensmitteln sowie als Insektizid. Es gilt allerdings als nicht besonders gesund und findet wohl tendenziell weniger Verwendung in der menschlichen Ernährung. Interessant auch, dass Olivenöl zwar in aller Munde ist, aber nur auf Platz 10 bei der weltweiten Produktion.